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	<title>qummunismus / kommunismus reloaded</title>
	<link>http://qummunismus.at/</link>
	<description>Radikale Kritik am kapitalistischen System ist heute notwendiger denn je. Traditionelle Kommunistische Parteien sind allerdings dazu kaum in der Lage. Sie sind mehr oder weniger noch immer in autorit&#228;ren, hierarchischen, planwirtschaftlichen Strukturen und Denken des gescheiterten Realsozialismus verhaftet. Ein Neubeginn ist notwendig: Qummunismus ist Kommunismus reloaded.</description>
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		<title>Kennt Lisa Simpson den Schl&#252;ssel zu einer anderen Welt?</title>
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		<dc:date>2004-07-30T22:00:00Z</dc:date>
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<category domain="http://qummunismus.at/p/rubrique2.html">Sozialforen und neue soziale Bewegungen</category>


		<description>Das ASF 2004 in Linz bot ein sehr ambivalentes Bild f&#252;r mich. Einerseits tolle Diskussionen, eine Menge wertvoller Vernetzung und Kontakte und beim gemeinsamen Kochen in der Volxk&#252;che kommt trotz Regenwetter gute Stimmung auf. Allen ist klar: hier werden nicht blo&#223; Kartoffeln gesch&#228;lt - hier wird an einer anderen Welt gebastelt. Aus Gespr&#228;chen mit anderen AktivistInnen entnehme ich dass dieser Eindruck durchwegs geteilt wird. Viele Gruppen und Einzelpersonen aus einem sehr breiten Spektrum an (...)

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 <content:encoded>&lt;img src=&quot;http://qummunismus.at/p/IMG/arton33.jpg&quot; alt=&quot;&quot; align=&quot;right&quot; width=&quot;120&quot; height=&quot;90&quot; class=&quot;spip_logos&quot; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Das ASF 2004 in Linz bot ein sehr ambivalentes Bild f&#252;r mich. Einerseits tolle Diskussionen, eine Menge wertvoller Vernetzung und Kontakte und beim gemeinsamen Kochen in der Volxk&#252;che kommt trotz Regenwetter gute Stimmung auf. Allen ist klar: hier werden nicht blo&#223; Kartoffeln gesch&#228;lt - hier wird an einer anderen Welt gebastelt. Aus Gespr&#228;chen mit anderen AktivistInnen entnehme ich dass dieser Eindruck durchwegs geteilt wird. Viele Gruppen und Einzelpersonen aus einem sehr breiten Spektrum an unterschiedlichen Zug&#228;ngen treffen sich. Das ASF in dieser Form ist eine reichhaltige N&#228;hrl&#246;sung aus der sehr viel Interessantes entstehen kann und auch entsteht. Wir haben viel erreicht.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Aber der Weg der noch vor uns liegt ist noch weit und in Teilbereichen gab es sogar einige R&#252;ckschritte. (So war etwa die Transparenz des Vorbereitungsprozesses durch die relativ autark arbeitende Linzer Vorbereitungsgruppe niedriger als beim ASF 2003.) Der Vorbereitungsprozess des &quot;Plenums der Sozialen Bewegungen&quot; schien, durch die &#246;ffentlichen
Reflexionsforen, eigentlich recht gut angelegt - das Ergebnis war allerdings alles andere als sehenswert: Au&#223;er Allgemeinpl&#228;tzen und der Entscheidung, dass wir 2005 wieder ein ASF wollen, gab es keine gemeinsame Abschlusserkl&#228;rung.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Die Ursache daf&#252;r war interessanterweise nicht dass es besonders viele Meinungsverschiedenheiten bei der Formulierung der Erkl&#228;rung gab sondern daran, dass ein Gro&#223;teil der vorgesehenen Zeit damit verbracht wurde zu diskutieren ob wir denn &#252;berhaupt eine Abschlusserkl&#228;rung brauchen anstatt Punkte zu sammeln die darin vorkommen sollen.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Wenn wir eine &lt;i class=&quot;spip&quot;&gt;&#8222;andere Welt&#8220;&lt;/i&gt; wollen und den Kapitalismus abschaffen, oder stark zur&#252;ckdr&#228;ngen wollen, stehen wir vor einem einzigen Problem: Wir m&#252;ssen eine Antwort auf die Frage geben k&#246;nnen wie dann die Entscheidungen
gef&#228;llt werden, die heute noch &#252;ber die Mechanismen des Marktes geregelt werden. Die Entscheidungen der Institution, oder dem Entscheidungsfindungsmechanismus, X zu &#252;bertragen ist keine ausreichende Antwort, solange nicht spezifiziert wird wie X aussieht, so dass die von uns gestellten Anforderungen an eine andere Welt erf&#252;llt werden k&#246;nnen. Feministisch, anti-patriachal, demokratisch, lustvoll, hierarchiefrei, gerecht, effizient, &#246;kologisch und noch vieles mehr soll entschieden werden. Klar ist dass nie allen Adjektiven gleich gut entsprochen werden kann. Dass eventuell kurzfristige und langfristige Aspekte abgewogen werden m&#252;ssen und dass nat&#252;rlich verschiedene Menschen verschiedene Gewichtungen und verschiedene Interpretationen der Adjektive haben werden.... Das Problem ist kompliziert und eine L&#246;sung f&#252;r fast Niemand 100% optimal.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Dennoch verbindet uns die wir von einer &quot;anderen Welt&quot; sprechen die &#220;berzeugung dass eine L&#246;sung f&#252;r X existiert die zumindest um vieles besser ist als das was wir jetzt haben. Hunger, Tod, Ausbeutung, Unterdr&#252;ckung, Krieg, Folter, etc. Bei der F&#252;lle von M&#228;ngeln die diese Welt aufweist keine besonders gewagte Hypothese. Vermutlich existieren sogar zahlreiche L&#246;sungen die etwa gleich optimal sind und trotzdem sehr verschieden aussehen.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Vielleicht wurde die L&#246;sung oder ein Ansatz zur Findung einer L&#246;sung bereits irgendwo publiziert. Vielleicht in den Werken von Marx und Engels, von Trotzki oder Gramsci oder.. oder sie kann in der richtigen Interpretation von Bibel, Koran oder Talmud gefunden werden. Vielleicht wurde die Antwort schon in einem der Zahlreichen Workshops auf dem ASF ausgesprochen oder vielleicht in einer Folge der Simpsons.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Egal. Die Kenntnis einer L&#246;sung hilft uns nichts solange wir diese nicht umsetzen k&#246;nnen. Solange wir nicht glaubhaft demonstrieren k&#246;nnen dass der Ansatz funktioniert. Selbst wenn die L&#246;sung in einer Abschlusserkl&#228;rung des ASF ver&#246;ffentlicht worden w&#228;re h&#228;tte es sicherlich kaum eine Auswirkung auf die Welt. Niemand w&#252;rde sie ernst nehmen.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Wir m&#252;ssen unseren eigenen Entscheidungsfindungsprozess an X orientieren. Die Frage nach guten Formen von Organisation und Entscheidungsfindung kann aber sicher nur in der Praxis gefunden und getestet werden was dort funktioniert k&#246;nnen wir dann aber auch glaubhaft der &#214;ffentlichkeit als Beispiel f&#252;r eine &quot;andere Welt&quot; pr&#228;sentieren. Der Weg ist das Ziel.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Die Frage ob und warum wir eine Abschlusserkl&#228;rung erarbeiten sollen ist damit leicht zu beantworten: Die Erkl&#228;rung selbst ist nicht besonders wichtig. Wichtig ist dass wir uns die Aufgabe stellen gemeinsam eine zu Formulieren. Die Entscheidungen die dabei getroffen werden sind nicht so wichtig wie die Entstehung dieser Entscheidungen.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Damit ist auch klar, dass die Abschlusserkl&#228;rung nat&#252;rlich als einen Wichtigen Punkt ihre eigene Entstehungsgeschichte enthalten sollte.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Eines der oben erw&#228;hnten Adjektive ist &quot;effizient&quot;. Diese Anforderung wird bei den meisten von uns zurecht nicht an oberster Stelle stehen, aber sie kann auch nicht g&#228;nzlich vernachl&#228;ssigt werden: Was n&#252;tzt es wenn die Verteilung gerecht, &#246;kologisch und perfekt demokratisch ist aber wir alle gleich wenig haben und damit auch niemand zufrieden ist? Eine gewisse Effizienz sollte nicht unterschritten werden. Wenn wir uns also ansehen wieviele Stunden wir verdiskutiert haben um so eine magere Abschlusserkl&#228;rung zu finden dann sehen wir wie weit wir noch von einer L&#246;sung entfernt sind. (Der Begriff &quot;Effizienz&quot;, so wie die anderen Adjektive, bezieht sich dabei nat&#252;rlich dabei nicht nur auf den Entscheidungsfindungsprozess sondern auch auf das Ergebniss.)&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Der Kapitalismus legt die Latte der Effizienz durchaus relativ hoch. Besser nicht ganz so effizient und daf&#252;r auch nicht so m&#246;rderisch, aber ganz darf die Effizienz nicht ignoriert werden. Andererseits ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass alternative L&#246;sungen weitaus effizienter sind.
Das Beispiel der Produktion Freier Software zeigt: Bessere Ergebnisse, zufriedene Arbeiter die sich in freier Assoziation einem Projekt widmen sind keine Utopie. (Ein Jammer dass nicht mehr Leute bei meinem Verschr&#228;nkungsforum zu dieser Frage waren...) Und wieviel an Ineffizienz ist im Kapitalismus offensichtlich: Das System befriedigt Bed&#252;rfnisse die wir ohne dieses gar nicht h&#228;tten...etc.. 40% des Pharmaforschungsaufwand werden f&#252;r Kosmetika aufgewendet, w&#228;hrend Menschen an Krankheiten, die schon L&#228;nge geheilt werden k&#246;nnten, sterben....&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Eine hohe Effizienz w&#252;rde insgesamt die L&#246;sung nat&#252;rlich erleichtern: Wenn genug da ist ist es nicht so schwierig so zu verteilen dass es allen gut geht..&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Wie verwandeln wir also das ASF in ein Labor dass, in einer Einheit von Theorie und Praxis, nach optimalen Entscheidungsfindungsmechanismen forscht? Die Frage ob das SF ein eigenes politisches Subjekt ist, ist nicht so besonders relevant, denn die Umsetzung des erzielten kann auch in anderen Organisationen implementiert werden, wichtig ist aber dass wir uns dort zumindest kleinere echte Aufgaben stellen anhand derer wir die Ideen f&#252;r Entscheidungsfindungsstrukturen testen k&#246;nnen: z.b.: eine
Abschlusserkl&#228;rung.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Wichtig ist auch dass wir uns selbst ernst nehmen. Die Regeln die wir uns aufstellen m&#252;ssen wir selbst befolgen um zu sehen wie sie wirken. Erweisen sie sich danach als unn&#252;tz oder sch&#228;dlich, m&#252;ssen wir sie jedoch &#228;ndern. Allerdings nicht einfach brechen sondern kontrolliert durch Anwendung der Prinzipien die wir bereits haben (oder alternativ derer auf die wir zielen) &#228;ndern.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Wir haben z.B. jetzt einen Modus wie Diskussionen moderiert werden. Reissverschlussprinzip und Erstwortmeldung vor Zweitwortmeldung. Das hat sich bew&#228;hrt, ist akzeptiert und wird daher beibehalten, kann aber bestenfalls ein winziger Baustein in einer anderen Welt sein. Das SF kann
nicht auf diesem Level steckenbleiben. Wir brauchen Modi zur
gemeinschaftlichen Erstellung von Texten, zur Verteilung beschr&#228;nkter Ressourcen (z.b. Redezeit auf einer endlichen Demo), wir brauchen Mechanismen f&#252;r akute Entscheidungen, die aufgrund &#228;u&#223;erer Umst&#228;nde besonders rasch getroffen werden m&#252;ssen, und wir brauchen Methoden f&#252;r langfristige Strategieplanungen. etc...&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Das SF muss dabei nicht die Welt alleine &quot;retten&quot; aber wir sollten zumindest Labor daf&#252;r sein. Fehlen uns die oben genannten Instrumentarien, so macht sich das bei der erstbesten Gelegenheit wieder bemerkbar: Die n&#228;chste Anti-Kriegsdemo braucht einen gemeinsamen Aufruftext um Gruppen, die die Demo unterst&#252;tzen wollen, eine M&#246;glichkeit zu geben zu wissen was sie eigentlich genau unterst&#252;tzen. Je besser die Methode diesen Text zu finden desto h&#246;her die Chance dass der Text gut ist und breite Unterst&#252;tzung findet und je besser die Chance dass die Demo ein Erfolg wird und wieder vielen
neuen Leuten bewusst macht dass wir eine andere Welt
brauchen....etc...etc...&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Politische Parteien und Organisationen m&#252;ssen sich &#252;berlegen wie sie f&#252;r Mitglieder Attraktiv sein k&#246;nnen. Wie freiwilliges Engagement gef&#246;rdert wird, die Mitarbeit Spa&#223; macht und Erfolge bringt. Auch hier kann Versucht werden die Modelle der Produktion Freier Software auf andere Bereiche zu &#252;bertragen und die Sozialforen k&#246;nnen hier ebenfalls Platz f&#252;r Experimente bieten.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Weiters bietet Praxis auch die M&#246;glichkeit einer wesentlich intensiveren Verschr&#228;nkung: Diskussionen, in in denen Positionen unwidersprochen nebeneinander stehen bleiben k&#246;nnen, motivieren nicht immer dazu, den Widerspr&#252;chen auf den Grund zu gehen, w&#228;hrend eine gemeinsam zu f&#228;llende Entscheidung uns zwingt die Sachen auf den Punkt zu bringen.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Nat&#252;rlich: Nicht alles l&#228;sst sich im Labor testen, vieles kann nur in Feldversuchen erprobt werden. Hier bleibt das SF weiterhin der Raum zum Austausch der Ergebnisse doch ich hoffe es wird in zuk&#252;nftigen Foren davon ausgegangen werden dass gemeinsame Praxis absolut notwendig ist.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;spip&quot;&gt;Mond, August 2004&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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